Wappen-PiBtl-3 04

OBEN

P i o n i e r e   d e r   U n t e r e l b e   e.V.

Traditionsverein der ehemaligen Stader und Hamburger Pioniereinheiten

Gedenktafel

Rede von Gerhard Rüddenklau bei der Enthüllung der Erläuterungstafel am Pionierstein
auf dem Schwarzenberg in Hamburg-Harburg am 23.06.2007

"Meine sehr geehrten Damen und Herren, liebe Kameraden - besonders lieber Herr Uhl !”

Einhundert Jahre – von 1893 bis 1993 lagen Pioniere an der Unterelbe in Garnison:

- das Schleswig-Holsteinsche Pionier-Bataillon Nr. 9 der Kgl. Preußischen Armee,
- die Pionier-Bataillone 20 und 50 der Wehrmacht,
- die Bauabteilung Nord des Bundesgrenzschutzes,
- das Pionierbataillon 3 der Bundeswehr, das bis 1958 die Nr. 1 führte.

Die Wappenschilde an den beiden Seiten des Pioniersteins symbolisieren diese Verbände. 75 Jahre – von 1893 bis 1968 - waren diese Pionierbataillone in Harburg stationiert – zunächst in der Schwarzenberg-Kaserne; seit 1935/36 in der Unverzagt- und Scharnhorst-Kaserne und seit 1954 nur noch in der heute abgerissenen Scharnhorst-Kaserne in Heimfeld. Oberstleutnant Uhl führte als letzter Kommandeur die Pioniere hier in Harburg.
Am Abend des 27. September 1968 hielt er an dieser Stelle die letzte öffentliche Rede eines Pionier-Kommandeurs in dieser Stadt – damals vor 3.000 Bürgern, die sich eingefunden hatten. Ich zitiere aus dieser Rede:

„Seit 75 Jahren ist Harburg Pioniergarnison. Dieses Jubiläum hat aber leider für uns Pioniere einen traurigen Hintergrund: Unser Bataillon wurde verlegt! Als Zeichen des Dankes und des guten Einvernehmens mit den Behörden wie auch der Bevölkerung kehren wir Harburg nicht spurlos den Rücken. Als Andenken hinterlassen wir der Stadt und ihren Bürgern ein Denkmal in Form eines Meilensteins. Möge dieser Stein zur Freude und Besinnung dienen.“ (Ende des Zitats)

Der damals 92jährige Generalleutnant a.D. Ernst Hamel schrieb aus diesem Anlass an Oberstleutnant Uhl. Ich zitiere aus diesem Brief, der in der Chronik des Pionierbataillons 3 überliefert ist:
„Von den ehemaligen aktiven Offizieren des Schleswig-Holsteinschen Pionier-Bataillons Nr. 9 … leben heute nur noch fünf…. Als Ältester von diesen bitte ich den Vertretern der Stadt Harburg bei Übergabe des Erinnerungssteins die besten Grüße zu übermitteln. Wir alten Pioniere denken gerne an die alte Pionier-Garnison Harburg zurück und haben vielfach Freundschaft mit Harburger Bürgern geschlossen.

Ihnen, sehr verehrter Herr Oberstleutnant Uhl, der Sie die Initiative ergriffen, einen Erinnerungsstein für die „Pioniere in Harburg“ in Verbindung mit der Stadt Harburg aufzustellen, spreche ich gleichzeitig im Namen der oben genannten Herrn unseren besonderen Dank aus.“ (Ende des Zitats)

Für die Pioniere der Wehrmacht sprach Oberst a.D. Selle, der erste Kommandeur des Harburger Pionier-Bataillon 50 und spätere Pionierführer der 6. Armee in Stalingrad. Er wies auf die langjährige Tradition der Harburger Pioniere hin und auf die tiefe Verbundenheit auch der alten, früher hier stationierten Soldaten zu dieser Stadt.
Der damalige Harburger Bezirksamtsleiter, Herr Dewitz, verabschiedete das Bataillon mit den Worten: „Wir lassen sie ungern ziehen, werden sie aber nicht vergessen; das Pionierdenkmal wird uns eine bleibende Erinnerung sein!“
Diese Aufgabe hat der Pionierstein nun fast 39 Jahre in Harburg erfüllt. Das Pionierbataillon 3 der Bundeswehr bestand nach 1968 noch weitere 25 Jahre an der Unterelbe in Stade. 1993 – auf den Tag genau 100 Jahre nach der Verlegung der Pioniere aus Rendsburg an die Unterelbe – wurde der Verband aufgelöst. Im Rahmen der Neuorganisation des deutschen Heeres nach der Wiedervereinigung unseres Vaterlands wurden die Pioniere an der Unterelbe nicht mehr benötigt; sie hatten ihren Auftrag erfüllt.
Der 100jährigen Pioniertradition an der Unterelbe fühlt sich die Kameradschaft „PIONIERE DER UNTERELBE“ in Stade verbunden. Wir sind ein Verein ehemaliger und aktiver Soldaten vornehmlich des früheren Pionierbataillon_3; aber auch von Freunden der ehemaligen Pioniere aus Harburg und Stade. Seit Errichtung des Pioniersteins auf dem Harburger Schwarzenberg ist nun ein Zeitraum vergangen, der üblicherweise einer Generation zugerechnet wird. Eine Sanierung des Pioniersteins wurde nötig, den das Bezirksamt Harburg auf unsere Anregung und mit unserer Hilfe ausführen ließ. Als Dank beschlossen wir, den Stein mit einer Tafel zu ergänzen, die an den Anlass seiner Errichtung erinnern soll.

Die Tafel trägt die Inschrift:

Pionierstein
gestiftet 1968 von den Unterelbepionieren
anlässlich ihrer Verlegung von Harburg nach Stade.

Das Geld dafür wurde durch Spenden unserer Mitglieder und Freunde aufgebracht, denen an dieser Stelle dafür herzlich gedankt werden soll.
So wie Oberstleutnant Uhl 1968 den Pionierstein enthüllte, bitte ich ihn nun, nach fast 39 Jahren auch die Erläuterungstafel zu enthüllen."

Gedenktafel 1

Gedenktafel 2

Gedenktafel 3

Gedenktafel 4

Gedenktafel 5

Gedenktafel 6

Gedenktafel 7

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